Regentage

Regentage

Seit Januar haben wir letzte Woche das erste Mal richtigen Regen auf Teneriffa erlebt. Am Montag regnete es so, dass sich Pfützen gebildet haben. Bisher hatten wir in der ganzen Zeit hier höchstens zweimal ein bisschen Nieselregen, die Insel kann es also gut gebrauchen. Nach drei Regentagen hat man dann auch gleich das Gefühl, die Umgebung sei grüner geworden, da überall Grashalme hervorschauen und sich andere kleine Pflanzen hervortun.

Am Strand haben wir Bekanntschaft mit einer deutschen Familie gemacht, die für vier Wochen im selben Ort lebt und hier einen Teil der Elternzeit verbringt. Sie haben zwei Kinder, der Junge ist eine Woche jünger als Luna und das Mädchen etwa neun Monate alt. Die beiden Großen spielen zusammen und rennen herum. Es ist schön zu sehen, wie Luna sich darauf einlässt. Das Baby ist logischerweise ein paar Entwicklungsschritte hinter Stella, die ja fast ein Jahr alt ist, und es fasziniert mich immer wieder, dass alles so putzig wirkt, obwohl wir das Gleiche vor kurzem auch erst erlebt haben.
Stella marschiert munter auf ihren stämmigen Beinchen überall hin und erkundet die Gegend, sodass wir uns nie lange ablenken lassen dürfen.

Von unserer Unterkunft aus kann man einen Leuchtturm sehen, der auf der anderen Seite der Bucht steht. Nach vier Wochen in unserer derzeitigen Unterkunft haben wir uns daran gewagt eine kleine Wanderung dorthin zu starten. Dafür haben wir uns einen bewölkten Tag ausgesucht, was diese Woche nicht schwer war. Dunkle Wolken hingen an den Bergen, ein starker Wind wehte, die Chance auf zu heiße Sonne war sehr gering. Die erste Herausforderung war es, über den üblichen Strandabschnitt hinweg zu kommen, denn der erste Teil des Weges führte dort vorbei. Luna wollte aber unbedingt zu dem Leuchtturm, also war es kein Problem. Schwierig war vielmehr der starke und kalte Wind, und eine nicht ganz so zufriedene Stella im Tragetuch. Ich glaube sie will mittlerweile selbst laufen, aber dann kommen wir keine 20 Meter weit, also ist das keine Option. Auf Google Maps wurde die Strecke mit 45 Minuten zu Fuß ausgewiesen, in unserer Geschwindigkeit übersetzt also mindestens 1,5 Stunden. Genau so kam es dann auch hin, insgesamt waren wir fast dreieinhalb Stunden unterwegs bis wir wieder zu Hause waren. Wir haben es also tatsächlich bis zum Leuchtturm geschafft, auch wenn ich zwischendurch nicht mehr dran geglaubt hatte. Der Trick ist, immer weiter zu gehen ohne abzubrechen, denn wenn man angekommen ist, muss man zwangsläufig alles wieder zurück laufen, und das geht dann meistens doch ganz gut. Zum Glück hatte Luna morgens auf Pizza zum Frühstück bestanden, so dass wir eine gute Grundlage für unser Vorhaben hatten.

Um nochmal auf das Wetter zurück zu kommen, ich habe den Eindruck, dass es gar nicht so richtig heiß werden mag hier auf Teneriffa. Im Schatten ist es stets kühl und der doch recht häufig wehende Wind tut sein übriges. Die Kanarischen Inseln tragen wohl nichts umsonst den Beinamen „Inseln des ewigen Frühlings“.
Das heißt nicht, dass man es an windstillen Tagen in der knallenden Sonne lange aushalten kann, auch das kommt natürlich vor. Aber in den vier Monaten, die wird hier jetzt schon wohnen, war das eher selten.
Trotz Wolken und Wind lassen wir uns von kurzen Hosen, T-Shirt und Barfußgehen nicht abhalten, die Einheimischen waren letzte Woche mitunter mit Daunenjacke und Pelzkragen anzutreffen. Im Gespräch mit einer Frau, die seit 30 Jahren hier lebt, sagte sie mir auch dass ihr fast immer zu kalt sei.

Viele liebe Grüße,
Eure Mirjam

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