Endlich Montag

Endlich Montag

Freitagmittag merkt man, dass eine gewisse Unruhe in der Luft liegt. Am Strand sitzen ein paar Leute mehr als sonst, es sind sogar Kinder darunter. Ich erinnere mich dunkel an meine Zeiten im Büro, und es fällt mir ein, dass es einem freitags doch irgendwie leichter fällt den Stift frühzeitig oder zumindest pünktlich fallen zu lassen und der Freizeit entgegen zustreben.
In unserem Wohngebäude ziehen allmählich die Wochenendbesucher ein, und es wird lebhaft. Überall höre ich laute Gespräche, Rufen, Kindergeschrei und es riecht nach Essen. Manche Leute erkennt man schon, sie kommen jedes Wochenende und haben hier scheinbar ihre Wohnung in guter Lage für den Aufenthalt am Meer.
Der Parkplatz in unserem Blickfeld füllt sich mit Tagesbesuchern, unter der Woche steht hier kein einziges Auto. Dieses Wochenende sind auffällig viele Menschen mit schweren Tauchausrüstungen angerollt. Vielleicht ist es jetzt die neuste Mode, Meetings unter Wasser abzuhalten, schließlich atmet da jeder exklusiv seinen eigenen Sauerstoff… Aber auch in der Freizeit bietet die felsige Küste von Teneriffa bestimmt ein herrliches Taucherparadies. Von Land ist es eher unspektakulär zu beobachten, mit dem ersten Wasserkontakt sind die schwarzgewandeten Männlein und Weiblein (und womöglich Sächlein?) nicht mehr zu sehen.

Am Strand macht es einen riesigen Unterschied, ob wir gerade Ebbe oder Flut haben, denn bei letzterem reduziert sich der verfügbare Platz immens. Man überlegt es sich zweimal ob man jetzt wirklich auch noch dazu soll, da an Abstand so eher wenig zu denken ist. Heute nachmittag hingegen hatten wir Ebbe und alle haben sich wunderbar harmonisch überall verteilt, das fühlt sich dann gleich viel angenehmer an. Im Übrigen haben mir stark belebte Strände, oder überhaupt überfüllte Orte, schon immer nicht behagt.

Ich weiß nicht woran es liegt, aber wir brauchen wohl immer erst drei Wochen, bevor wir an einem Strandabschnitt von ca. 50 Metern jede Ecke entdeckt haben. An unserem derzeitigen Aufenthaltsort gibt es eine Felsgruppe, die bei Flut fast nicht mehr aus dem Meer ragt und bei Ebbe eine Vielzahl an kleinen Wasserbecken ans Licht bringt. Hier können die Kinder alles mögliche entdecken und in den sonnengewärmten Badewannen plantschen. Stella hat das mit dem Laufen jetzt raus und versetzt mich regelmäßig in Stress, wenn sie auf eigene Faust die Felsen erklettert.
Manchmal ist es besser, das Sandspielzeug zu Hause zu vergessen, denn Königin Luna kommt schon hin und wieder mal auf die Idee, dass Untertanin Stella heute mit nichts spielen darf. An anderen Tagen dürfen wir von der Belegschaft uns glücklich schätzen, ebenfalls jeder mit einem Eimer oder Schäufelchen arbeiten zu dürfen. Da der schöne Sand trotzdem mit Kieselsteinen durchsetzt ist, kommt uns die Qualität der „Spiel-Stabil“ Sandsachen zugute (Danke an die Oma!). Die eine oder andere spontan am Strand gefundene Sache aus der Linie „Einweg“ (also Übersetzt Hinweg, denn für den Rückweg reicht’s nicht mehr), macht da doch schnell einen schlechten Eindruck.

So wie ich mich früher selbstverständlich auf das Wochenende gefreut habe, atme ich auf sobald die neue Woche mit dem Montag beginnt. Die letzten Ausflügler reisen ab, es kehrt wieder Ruhe ein, endlich sind wir wieder die lautesten im Block. Es hat etwas beruhigendes, wenn einem schon fast jedes Gesicht unterwegs bekannt vorkommt. Die deutsche Rentnerehepaar mit dem weißen kleinen Hund; die Dame mit dem Rollator, ebenfalls deutsch, eine Diplomatenwitwe; der Spanier mit dem braunen kleinen Hund; die Angler am Kai, die irgendwelches Kleinvieh angeln den ganzen Tag, zumindest habe ich noch nie etwas nennenswertes an derem Haken gesehen; die Yogadamen an Strand… Dazwischen wir mit dem einen Kind im Tragetuch, das andere Kind auf der Mauer balancierend und ich stets mit knallpinkem Schwimmring an der Tasche. Zwar gehen wir nicht immer ins Wasser, aber wehe der Ring ist nicht dabei!

Ich habe nichts weiter aufregendes zu berichten, und somit verabschiede ich mich, mit lieben Grüßen!
Eure Mirjam

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