Schwarzer Sand

Schwarzer Sand

In unserer neuen Unterkunft haben wir uns sofort zu Hause gefühlt. In Rekordzeit haben wir unsere übliches Chaos hergestellt, was ich als gutes Zeichen werte. Irgendwie fühlt es sich hier nicht so an, an müsse man sich verstellen und versuchen die Wohnung unbedingt in ihrem Ursprungszustand zu halten. Dieses Gefühl hatte ich in der letzten Wohnung ziemlich lange. Ich denke es reicht, wenn man an Ende der zwei Monate anfängt das ganze wieder zu ordnen, die Kinder nehmen ja sowieso alles sofort wieder auseinander.
Die Größe der Wohnung ist gut für uns, das Wohnzimmer ist gemütlich und hell, die Terrasse geht Richtung Osten, sodass hier vormittags die Sonne hineinscheint. Nachmittags hat man hier Schatten, was bei heißeren Tagen sicherlich von Vorteil ist. So richtig heiße Tage hatten wir bis jetzt allerdings noch nicht, es ist immer angenehm.
Wir haben noch nicht so ganz durchschaut, ob sich in unserem Gebäude hauptsächlich Ferienunterkünfte befinden oder auch Menschen dort permanent wohnen. Einige Nachbarn haben wir auf jeden Fall schon an- und abreisen sehen.


An unserem Ankunftstag vor einer Woche hatte ich einen kleinen Kulturschock, da wir in der letzten Wohnung sehr für uns waren und der Abstand zu Nachbarn riesig war, von denen wir wenig bis gar nichts horten. Hier kamen wir an und es war so lebendig, dass ich schon befürchtet habe, es wären mir ein paar Nummern zu viel. In jeder Wohnung neben und über uns, waren die Menschen auf ihren Terrassen und haben sich lautstark unterhalten, dazu waren noch auf der Straße viele Leute unterwegs und haben ebenfalls viel geredet. Der positive Effekt, habe ich mir gesagt, sei dass ich so bestimmt ganz schnell mein Spanisch verbessere, weil ich permanent von dem Klang der Sprache umgeben bin. Das Osterwochenende hat dann den Eindruck noch ein bisschen gehalten, auf den Straßen und an Strand war sehr viel los.
Aber wie durch Magie wurde es mit der neuen Woche still. Man hört immer noch ab und zu etwas von den Nachbarn, aber nicht in dem Maße dass es stört, davon abgesehen dass wir selbst unseren ganz eigenen Lärmpegel produzieren. Seit gestern wohnt in unmittelbarer Nähe jemand, der Trompete spielt, was ich aber durch die Wand als schönes Geräusch empfinde.

Die Umgebung der Wohnung gefällt uns sehr gut. Generell sind wir in einem guten Gebiet gelandet, es gibt viele gepflegte Anlagen, wahrscheinlich alles Eigentümergemeinschaften. Der Weg zum Meer ist schön, um zum Sandstrand zu kommen geht man an einem gemauerten Abschnitt vorbei, wo es überall Leitern ins Meer gibt und so die Möglichkeit zum Baden gibt. Wir können hier natürlich nicht verweilen, ein Krabbelkind mit ersten Ambitionen zum selbstständigen Laufen steuert stets auf das interessante große blaue glitzernde Etwas zu, das man ganz bestimmt mal anfassen muss. Daher freuen wir uns auf den sandigen Abschnitt, wo die Kleine sich selbstverständlich ebenfalls für das Wasser interessiert, aber dadurch nicht in Gefahr ist erstmal vier Meter herunterzufallen um Kontakt aufzunehmen.
Nach dem Osterwochenende ist der Strand mäßig besucht, wir haben viel Platz für uns. Der Sand ist wunderbar weich und fein, dass er schwarz ist stört eigentlich nicht. Bisher hatten wir ja nur das Vergnügen an Kiesstränden zu sein, sodass der Sand hier mit den Kindern eine neue Erfahrung war. Wenn man erstmal das Bemühen überwunden hat alles ständig sandfrei zu halten, kann man sich in die Situation hineinentspannen. Alles ist voller Sand, die Kinder sind von Kopf bis Fuß schwarz paniert, Apfel und Kekse haben immer eine leichte sandige Note, alles ist wunderbar. Entweder wird es am Ende abgewaschen, oder es trocknet und fällt im Laufe des Tages ab. Mir ist es mittlerweile egal, die Wohnung kann man kehren, die Betten ausschütteln.
Vormittags ist die Sonne noch nicht so intensiv, also verbringen wir diese Zeit natürlich am Meer. Nachmittags wird es unter Umständen schon so heiß, dass der Sand glüht. Von den Bergen her ziehen gerne Wolken auf, was dann eine willkommene Wohltat ist.

Mit den Wolken im Rücken, hat man so vormittags Sonne von vorne und später Schatten.
Diese Woche war es relativ windstill und das Meer war sehr ruhig. Wir haben alle gebadet, es ist herrlich. Luna mag es am liebsten, wenn man sie über die Brandung trägt, dahinter kann sie dann stundenlang mit dem Schwimmring durch das Wasser schweben. Wir befinden uns in einer großen Bucht, es gibt keine nennenswerte Strömung, und auf das offene Meer kommt man schwer, das könnte schon so etwa ein Kilometer entfernt sein.

Ostern haben wir sang und klanglos verstreichen lassen, ich erinnere mich aber auch nicht überhaupt einen einzigen Osterhasen im Supermarkt gesehen zu haben. Ich denke es ist oft die Mutter die diese Traditionen pflegt und da ich ein Weihnachts- und Ostergrinch bin, hat meine Familie sowieso das Schicksal diese Dinge eher mit wenig Aufwand zu erleben, wenn überhaupt. Höchstens die Oma könnte das wie zu Weihnachten retten, aber eine Reise ihrerseits nach Teneriffa über Ostern war ja bekanntermaßen nicht so im Programm dieses Jahr.

Mit sandigen Grüßen und alles Liebe,
Eure Mirjam

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