Es geht wieder los!
Über Weihnachten und den darauffolgenden Wochen habe ich mir eine kleine Schreibpause gegönnt.
Wir haben im Haus meiner Mutter in WG-ähnlichem zusammensein gelebt und haben eine sehr schöne Zeit gehabt. Wir wurden ausgiebig und abwechslungsreich bekocht, das war ein großer Genuss. Die Kinder konnten viel Zeit mit ihrer Oma verbringen, sehr zur Freude aller Beteiligten, auch wenn der eine oder andere Schreianfall vielleicht ein paar Nerven gekostet hat ging es doch überwiegend friedlich zu.
Das Wetter hat uns einiges an Schnee geboten, da lohnt es sich wenigstens im Winter nach Deutschland zu kommen. Allerdings haben wir jetzt auch überhaupt nichts dagegen wieder in ein wärmeres Gebiet überzuwechseln und freuen uns auf die Kanarischen Inseln.
Relativ kurzfristig haben wir uns letzte Woche für dieses Ziel entschieden und sind gespannt wohin es uns diesmal verschlägt. Die Unterkunft haben wir sogar erst zwei Tage vor dem Flug gebucht, da wir das Coronatestergebnis abwarten wollten. Viel Zeit für ausführliche Recherche blieb da nicht.
Mit Zwiebeltechnik relativ warm angezogen – die Winterjacken blieben zu Hause – ging es Donnerstag morgens um 6:30 Uhr los. Die Anreise zum Frankfurter Flughafen verlief ereignislos und ohne Probleme. Am Flughafen mussten wir zum Check-in Schalter, da der tolle Online Check-in von Tui-fly nicht funktioniert hat. Dann wollte der freundliche Schaltermensch den QR-Code von der Gesundheitsauskunft für Spanien haben, den man aber ohne eine Sitznummer nicht machen kann, also nicht vor dem Check-in. Der lustige Herr sagte dann, dass die anderen Passagiere einfach irgendwas hingeschrieben hätten. Also echt, das ganze soll doch dazu dienen in einem Fall die umsitzenden Personen zu benachrichtigen… Naja, im Endeffekt saßen sehr wenig Menschen um uns herum, es waren 66 Passagiere in einer Maschine mit ca. 190 Sitzplätzen. Ich gehe mal davon aus, dass das folgenlos bleibt.
Das negative Testergebnis wurde in Frankfurt geprüft, die Gesundheitsauskunft in Teneriffa, ohne diese wäre man nicht weit gekommen.
Der Flug selbst war gut, es gab keine Turbulenzen, dafür hat man es mit zwei recht kleinen Kindern ohnehin stets turbulent. Teilweise war die Stimmung etwas angespannt, ohne Schreien gings zumindest nicht, zum Glück für die wenigen Sitznachbarn war es aber überwiegend doch ruhig. Der Landeanflug löste einiges an Entsetzen bei unserer Großen aus. Die letzten beiden Male hatte sie da immer geschlafen, daher war alles neu für sie.
Im Flughafengebäude wurde dann nach der Kontrolle der Gesundheitsauskunft noch die Temperatur gemessen. Wie immer musste bei der Kleinen nachgemessen werden, ich habe jetzt auch verstanden, dass es daran liegt dass sie im Tragetuch dem Scanner den Rücken zudreht. Es gab einen kurzen Moment der Verwirrung weil sie nicht tiefgekühlt daherkam. Aber man kam dann zu dem Schluss dass 37 Grad nicht schlimm genug ist. Wenn die Zähne bei einem Baby kommen kann es ja schon mal vorkommen, vielleicht ließ man uns deshalb schließlich durch.
Zu dem Ort unserer Unterkunft, Costa del Silencio, wollten wir mit einem öffentlichen Bus gelangen. Obwohl wir Luna ein Mittel gegen Reisekrankheit gegeben haben, wurde ihr bei der kurvenreichen Fahrt schlecht und wir waren froh, als wir wieder aussteigen konnten. Zu unserem neuen zu Hause mussten wir ca. 900 Meter laufen, das war auch eine längere Geschichte da Luna ihren Koffer selbst die ganze Strecke schieben bzw. ziehen wollte und ich durfte nur in Ausnahmefällen helfen.
Auf den ersten Blick erschien uns die Gegend in die wir kamen ein bisschen seltsam vor, (die Bronx von Teneriffa?) die Gestalten, die herumliefen und Gebäude lassen darauf schließen, dass wir jedenfalls nicht in einer reinen Urlaubergegend gelandet sind. Was das bedeutet und ob das überhaupt stimmt, werden wir in den nächsten Tagen herausfinden.
Einen Supermarkt gibt es in unmittelbarer Nähe, das war auf die schnelle auch das wichtigste Kriterium.
Das Gebäude, in dem unser Appartement liegt ist nicht das neuste, aber unsere Wohnung selbst ist renoviert und hat eine neue IKEA-Vollaustattung. Leider haben wir keinen eigenen Balkon oder Terrasse, aber das umzäunte Gelände ist schön gestaltet und macht einen ordentlichen Eindruck. Es gibt einen Pool auf dem Gelände, aber er ist offenbar nicht geöffnet zur Zeit.
Wir wurden hier von ca. 20 Grad warmem Wetter begrüßt, mit starkem Wind und wolkenbedecktem Himmel. Bei unserem Anflug auf Teneriffa schaute nur die schneebedeckte Spitze des Vulkans Teide aus der geschlossenen Wolkendecke, um die wir eine halbe Runde gedreht haben um dann von Westen aus die Landebahn anzufliegen.
Unser Gastgeber hat gleich erklärt, dass es für normale Verhältnisse nicht sehr warm sei im Moment. Da wir aber die Kanaren in den nächsten Monaten nicht verlassen werden ist die Wahrscheinlichkeit auf warmes Wetter sehr groß.
Jetzt erholen wir uns erstmal von der Reise und orientieren uns.
Alles Liebe und viele Grüße!
Eure Mirjam
