El Chaparral
Jetzt sind wir schon 10 Tage auf Teneriffa und haben den Schritt nicht bereut.
Was auf den ersten Blick ein bisschen komisch und heruntergekommen erschien konnten wir in den Tagen nach unserer Ankunft zum Glück nocheinmal genau in Augenschein nehmen und sind zu einem anderen Urteil gekommen. An unserem Ankunftstag waren wir erschöpft, es war Teneriffa-untypisch bewölkt und stürmisch. Es wsr zwar im Vergleich zum verschneiten Deutschland angenehm für uns, aber dennoch wirkte es etwas düster. Zumindest ist das die Erklärung, die ich für den ersten Eindruck gefunden habe.
Unser Appartement befindet sich in einer eingezäunten Anlage „El Chaparral“, wo man ohne Schlüssel keinen Zugang zum Gelände hat, und auch nicht mehr rauskommt. Die gesamte Gegend in der wir wohnen besteht aus Anlagen verschiedener Güte und modernisierungsstand, unsere gehört tatsächlich nicht zu der schickesten, ein 70er Jahre Flair lässt sich nicht wegdiskutieren. Allerdings ist uns dann auch recht schnell positiv aufgefallen, dass die Bepflanzung wunderschön und gut gepflegt ist, und auch die Wege sauber gehalten werden. Die Appartements der gesamten Anlage gehören vielen verschiedenen Eigentümern, Menschen die dort leben, oder zur Vermietung für Urlauber. Es handelt sich also nicht um ein reines Feriendorf. An ein paar Fenstern konnten wir Verkaufschilder entdecken, eine Einheit wird für ca. 75.000 Euro angeboten. Viel bekommt man dafür aber nicht, es fühlt sich vom Platz her schon eher nach ausgebauter Schuhschachtel oder Container an.
Unsere Wohnung liegt in erster Reihe zur Straße, nur durch einen kleinen Parkplatz getrennt, im Erdgeschoss. Für die Appartements im ersten Stock gibt es einen langen Balkon mit Zugang zu den jeweiligen Wohnungstüren, sodass wir darunter wie durch einen Tunnel gehen müssen um zu unserem Eingang zu gelangen. Das hat eben auch eher zu einem zwielichtigen Gefühl geführt am ersten Tag. Die Wohnung selbst ist frisch renoviert und mit neuen Möbeln ausgestattet. Der erste Eindruck war gut, und das hat sich in der folgenden Zeit nicht geändert. Man merkt zwar schon, dass bei der Renovierung vielleicht nicht der größte Held am Werk war, ich sehe meinen Schwager kopfschüttelnd dastehen, das Niveau eines Malermeisters kann es nicht halten. Die Küche ist gut und funktioniert für uns, nur haben wir leider wieder keinen Backofen. Auf Anfrage haben wir einen Toaster und einen großen Wäscheständer von der vermietenden Agentur bekommen, das hat uns sehr gefreut.
Im Wohnzimmer haben wir eine Fensterfront Richtung Süden und den ganzen Tag Sonne. Dadurch ist es schön hell und nicht zu vergleichen mit der Wohnung in Italien, die sehr dunkel wirkte. Der Blick aus dem Fenster ist allerdings nicht sehr vielversprechend, die Mauer des nächsten Gebäudes präsentiert sich dort. Den schönsten Blick hat man aus dem Bad bzw. der Eingangstüre, dort geht er Richtung Norden auf die Berge und die Spitze des Vulkans.
Irgendwann ist mir aufgefallen, dass die meisten Appartements hier sehr wohl einen Balkon haben, wir hätten auch einen, aber unser Wohnzimmer gibt es nur weil der Balkon zu einem Zimmer umfunktioniert wurde. Ich bin ganz froh, denn sonst wäre die Wohnung für uns bestimmt zu klein. Auch wenn ich natürlich gerne zusätzlich eine Terrasse hätte, das ist ja klar.
Der Supermarkt ist nah und gut ausgestattet. Hier finden wir alles was wir brauchen, sogar Müsli zu „normalen“ Preisen. In dem zweiten Supermarkt, ein bisschen weiter weg gibt es sogar viele deutsche Produkte aus dem Edeka-Sortiment, was sehr deutlich darauf hinweist, dass hier viele Deutsche leben und Urlaub machen.
Unser Alltag wird stabilisiert durch ein paar Feste Größen in unserem Tagesablauf.
Nach dem Frühstück wird Stella ca. zwei Stunden nach dem Aufstehen wieder müde. Dominik ist der Schlafbeauftragte und dreht tagsüber immer mit ihr im Tragetuch eine Runde draußen, bis sie eingeschlafen ist. Wenn er zurück kommt kann er sie im Bett ablegen und wir machen ein ruhiges Programm nebenan, da es keine Tür zum Schlafbereich gibt.
Der nächste Punkt auf der Agenda ist das Mittagessen, relativ konservativ zwischen 12 und 13 Uhr. Dann folgt irgendwann der zweite Mittagsschlaf von Stella mit der gleichen Routine wie am Vormittag. Abendessen und Zubettgehen sind noch feste Punkte. Viel Zeit bleibt da tatsächlich nicht mehr übrig um große Dinge zu unternehmen. Wenn die Sonne nicht mehr so hoch steht und alle wieder wach sind hat sich ein ausgedehnter Abendspaziergang eingebürgert. Hierbei erkunden wir die Gegend und haben schon drn ein oder anderen interessanten Ort entdeckt. Gestern sind wir endlich auch über einen Spielplatz gestolpert, dort kann man als Familie mit kleinen Kindern in der Regel viel Zeit verbringen.
Das Meer ist nicht so leicht zugänglich in Costa del Silencio. An den meisten Stellen durch zerklüftete Felsen von der Zivilisation getrennt kann man nur auf das Wasser runterblicken, aber nichts anfassen. An einer Stelle befinden sich Treppen und man kann runter zum Wasser. An einer anderen Stelle gibt es eine kleine schmale Bucht mit Sandstrand, ca. 10 Meter breit.



Wir haben ca. 22 Grad, die Sonne ist unglaublich stark man kann es nicht unendlich in ihr aushalten. Die Mischung ist ziemlich gut
So das war’s erstmal von mir…
Viele liebe Grüße!
Eure Mirjam