Vom Winde verweht

Vom Winde verweht

Im Moment werden wir hier auf Teneriffa von einem Sturm heimgesucht. Da unser Haus sehr nah an der Küste steht und Richtung Norden nur das weite Feld vor sich hat, trifft uns der Wind stark. Letzte Nacht hat es ständig um die Hausecken herumgeheult und irgendwo entsteht im Haus ein Durchzug, obwohl alle Türen und Fenster fest zu sind, sodass manchmal die geschlossenen Türen klappern.
Tagsüber konnten wir kaum aus dem Haus. Bei unserer Einkaufsrunde wurden wir fast vom Winde verweht und Dominik konnte seine üblichen Runden zu Stellas Mittagsschläfchen gerade so machen. Luna hat es nicht groß gestört, sie war begeistert, dass ihr Kleid so toll geweht hat. Allerdings wird bei den starken Windböen oft Sand oder Staub aufgewirbelt, was sehr unangenehm werden kann. Geregnet hat es hier so gut wie gar nicht, also ist alles entsprechend trocken und der Sandsturm von letzter Woche liegt hier auch überall noch herum. Bei strahlendem Sonnenschein zu Hause bleiben zu müssen ist schon ein bisschen komisch, oft ist ja eine Aktivität an der frischen Luft ein guter Tagespunkt und wenn das ausbleibt fehlt etwas.

An einem gar nicht stürmischen Tag der vergangenen Woche ritten plötzlich ein paar Reiter auf Pferden an unserem Haus vorbei, was Luna und mich auf die Idee brachte, den Pferdehof zu suchen, der sich hier wohl irgendwo verstecken muss. Gefunden haben wir ihn leider nicht, obwohl wir auf dem Pfad, außerhalb des Ortes in der mutmaßlich richtigen Richtung ab und zu Hufspuren zu sehen waren. Als wir in die Nähe von Gebäuden kamen, bellte uns beide plötzlich ein großer Hund an, der an seiner Hundehütte festgekettet war. Luna war mit einem Schrei des Entsetzens mit einem Satz auf meinen Arm und ich habe mich zum Angsthasentum bekehrt. Ich hatte in meiner gesamten Kindheit riesige Angst vor jeder Art Hund, egal ob klein oder groß, an der Leine oder nicht. Der Anblick eines Hundes hat bei mir stets das Herz einen Schlag aussetzen lassen. Jedes Mal ein kleiner Schock, den ich nicht unterdrücken konnte. Dank des jahrelangen Trainings der Kampfkunst in meinen Zwanzigern konnte ich diese Angst überwinden und hatte beim Anblick eines Hundes nur noch ein Gefühl der Gleichgültigkeit.
Seitdem ich Mama von freilaufenden Kleinkindern bin hat sich das leider wieder ins Gegenteil gekehrt. Also mussten wir an der Hundehütte von besagtem bellenden und knurrenden Hund umdrehen, da in meinen Augen diese viel zu dünne Kette an dem total klapprigen Häuschen in keinem Fall dem Zorn dieses wilden Tieres wiederstehen konnte. Auf dem Rückweg war Luna sich ganz sicher, dass sie keine Angst hatte und ein normaler Hase sei, ich wäre ein Angsthase, und Papa, da waren wir uns einig, ist auf jeden Fall ein Muthase. Stella ist bloß ein Hoppelhase.

Alles Liebe,
Eure Mirjam

Eine Antwort

  1. Pierre sagt:

    Hallo ihr vier,

    finde es Super was Ihr euch gewargt habt. Denn einfach mal die Welt begutachten, ist einfacher gesagt als getan.
    Ich wünsche euch weiterhin ganz viel Spaß auf eurem Abenteuer und freue mich auf weitere Beiträge.

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