Kleine Putzfee

Kleine Putzfee

Wenn man sich in der Ferienwohnung beim Treppenhausputzen wiederfindet, spätestens dann ist man im Alltag angekommen. Auch wenn wir da wohnen, wo andere Menschen Urlaub machen, ist es doch kein Urlaub für uns. Eine Zeitlang mag es noch gut gehen, wenn man sich einbildet die Wohnung wird bis zur bezahlten Endreinigung in sieben Wochen bestimmt sauber bleiben, aber die Realität hält dann nach so einer Woche Einzug. Wo kommen diese ganzen kleinen Steinchen her? Wo die Krümel? Kann sich nicht mal jeder für die kurze Zeit zusammen reißen? Leider nein…
Zum Glück hatte unsere Luna irgendwann die Idee, dass sie gerne putzen möchte und ist mit dem Wischmopp durch die Wohnung gefegt. Damit war die Bekanntschaft mit dem Putzgerät hergestellt und von da an hatten wir auch wieder einen relativ sauberen Boden. Denn wenn der Mopp schon da rumliegt, kann man das ja auch ordentlich zu Ende bringen. Oder wenn die Kleine den Putz-Eimer entdeckt und bei ihren Stehübungen umwirft, dann bleibt einem zumindest das Aufwischen nicht erspart, und wenn man schon mal dabei ist, kann man den Job ja auch gleich richtig beenden.

Wenn ich mit der Heimat kommuniziere werde ich häufig nach dem Wetter gefragt. Nach meiner Aussage, es sei nicht sooo warm, also ca. 19°, werde ich immer darauf hingewiesen, dass das sooo warm wäre im Vergleich zu der Kälte in Deutschland. Es ist ein weiteres Zeichen, dass wir hier vollständig angekommen sind, denn ich finde das trotzdem kalt!! Dazu kommt jetzt momentan wieder ein sehr starker Wind, gegen den die Sonne kaum ankommt. Palmen zu sehen und trotzdem zu frieren, finde ich irgendwie nicht richtig. Aber schließlich ist es auch hier noch fast Winter, das wird sich bestimmt noch ein bisschen ändern bis zum Sommer. Ich denke aber, dass uns die meiste Zeit auch der Wind begleiten wird. Bisweilen gibt es bei unseren Spaziergängen oder Ausflügen zum Strand kleinere Tragödien, wenn Lunas Kleid nicht so weht, wie sie sich das vorgestellt hat. Sie will es auch nicht akzeptieren, dass ich dem Wind nicht vorschreiben kann, aus welcher Richtung er wehen soll. Aber sich selbst nach dem Wind richten, nein das geht natürlich auch nicht!
Neulich am Strand hatten wir Gesellschaft von einem anderen kleinen Mädchen, das mit Luna spielen wollte und uns die ganze Zeit etwas auf Spanisch erzählt hat. Luna wusste nicht so recht, was sie davon halten soll, aber immerhin sah es zwischendurch tatsächlich kurz so aus, als spielten die beiden zusammen. Ich konnte ein paar Dinge verstehen, die sie erzählt hat, aber selbst zu sprechen fällt mir immer noch sehr schwer.

Stella hatte einen Entwicklungsschub und übt sich jetzt fleißig im freien Stehen. Außerdem möchte sie alles selbst machen. Füttern geht fast nicht mehr ordentlich und das Trinkgefäß reißt sie mir stets aus der Hand. Wenn wir draußen sind und sie aus dem Tragetuch entlassen wird, geht sie gerne ihrer eigenen Wege und entdeckt die Welt. Es muss auch nicht mehr zwangsläufig jeder Stein in den Mund genommen werden, das macht es auch für mich etwas entspannter. Ich finde es ja sowieso faszinierend, dass es den kleinen Kindern nichts ausmacht Steine abzulecken, die mit Salzwasser überzogen sind.
Aus zwei alten Socken von mir, habe ich schöne Knieschützer auf Stellas Hosen genäht, damit sie nicht gleich durchgekrabbelt sind. Vielleicht halten die Hosen ja so, bis wir beim Laufen angekommen sind.

Ansonsten geht es uns gut hier auf Teneriffa. Die dunkle Jahreszeit mit fast zehn Sonnenstunden täglich zu verbringen war eine gute Idee. Ich denke es geht vielen so, dass das Grau des Winters oft auf das Gemüt schlägt. Seit langem hatte ich das jetzt nicht mehr, dafür bin ich sehr dankbar.

Ich hoffe die Sonnenstrahlen reichen bis zu euch!
Viele Grüße und alles Liebe,
Eure Mirjam

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