Tagein… tagaus…
„Lachend purzeln unsre Tage durch das Jahr…“ um meinen Onkel zu zitieren (auf Spotify oder YouTube anhören). So fühlt es sich im Moment für uns an.
Eine völlig neue Welt der Möglichkeiten hat sich für uns aufgetan, nachdem Stella plötzlich ihre Schlafroutine von zwei Schläfchen über den Tag auf einen einzigen Mittagschlaf umgestellt hat. Vorher waren Vor- und Nachmittag immer ein bisschen blockiert dadurch, dass man da den Schlaf einbauen musste. Jetzt gehen wir morgens nach unserem täglichen Pfannkuchenfrühstück erstmal ausgiebig ans Meer. Unter der Woche ist praktisch niemand dort, nur am Wochenende ist der Strand höher frequentiert. Es ist morgens noch ein bisschen frisch, mit ca. 19°, was aber meistens die Kinder nicht davon abhält früher oder später das Wasser aufzusuchen. Stella krabbelt am liebsten sofort nach unserer Ankunft zielstrebig auf das Wasser zu, die Freude ist groß, wenn sie es tatsächlich bis zum Ufer schafft.
Nach zwei Stunden machen wir uns wieder auf den Heimweg um zu kochen und anschließend den Mittagsschlaf unterzubringen. Gleichzeitig vermeiden wir so die Mittagssonne, es passt also endlich alles zusammen.
Um drei Uhr streben wir wieder eine Beschäftigung an der frischen Luft an, meistens wird es dann ebenfalls der Strand. Je nachdem ob Ebbe oder Flut ist, hat man ein ganz anderes Erlebnis als am Vormittag. Wenn sich die Kinder müde gespielt haben geht es wieder nach Hause zum Abendessen und mit ein bisschen Glück ist auch der Nachtschlaf nicht mehr fern.
Zur Feier des Freitags haben wir unsere Routine mal umgestellt und eine Wanderung durch die umliegende Steppe gemacht. Von unserem Fenster aus können wir täglich drei Windkrafträder sehen, an denen man wunderbar ablesen kann ob, wie stark und aus welcher Richtung der Wind weht. Seit dem ersten Tag wollte ich dort schon einmal hin und sehen wie groß die Windräder tatsächlich sind. Der Pfad dorthin ist ziemlich steinig und kurvig. Luna ist den ganzen Weg gelaufen, was ich ihr hoch anrechne da ich sie sonst hätte tragen müssen. Die Sonne ist ein ständiger Begleiter, es gibt praktisch gar keinen Schatten. Ich denke bei sowas immer an Maria und Josef, die nach Bethlehem wandern, schwanger hätte ich das jetzt zum Beispiel nicht machen wollen.
Wir haben die Windräder tatsächlich erreicht und direkt darunter eine Pause auf dem staubigen Boden gemacht, egal, es war trotzdem erholsam. Von unserem Haus aus kann man die Windgeräusche an den großen Flügeln oft hören, direkt darunter rauscht und saust es aber noch viel doller. Auserdem sind wir noch auf eine Ansammlung von Zwiebelfeldern gestoßen. Die Zwiebeln sind scheinbar so robust, dass sie den Wind aushalten und kein Gewächshaus brauchen. Warum sich am Wegesrand mitten im felsigen Gelände ein verrostetes Auto befand war schwer zu erklären, ich habe keine Ahnung wie es sich überhaupt dorthin bewegen konnte.
Nach der Rückkehr ins vertraute Heim waren wir erschöpft und froh, etwas neues erlebt zu haben.
Ich schicke ein paar warme Sonnenstrahlen nach Deutschland, Österreich und Kanada!
Alles Liebe,
Eure Mirjam


