Im Garten
Die zweite Woche in unserer neusten Wohnung spielte sich hauptsächlich im Garten ab. Als ich ein Kind war haben wir immer einen Garten gehabt und mir war lange nicht bewusst was für ein Luxus das war. Die Wohnungen in denen ich danach gehaust habe, hatten nicht mal einen Balkon und selbst auf unserer Reise hatten wir nicht immer einen eigenen Außenbereich.
Die Kinder haben keine Möglichkeit selbstständig das Grundstück zu verlassen, das macht es sehr angenehm für uns. Selbst die Treppe, die zum Ausgang führt erweckt bei den Kindern selten Aufmerksamkeit. Stella ist noch ein wenig zu wackelig auf den Beinen, als dass ich sie dort alleine hochklettern lassen würde, aber das ist eben nicht oft Thema.
Jeden Tag wird das Kinderplanschbecken mit Wasser gefüllt, und über den Tag landen dort fast alle Spielsachen mindestens einmal drin. Das Wasser ist immer von der Sonne angenehm gewärmt, und die Kinder sitzen oft darin. Wenn man die kleine gelbe Rutsche ins Becken stellt, dann saust es ganz schön, und selbst Stella macht das mit großer Freude. Was vom Wasser am Abend noch übrig ist landet in den Pflanzen, obwohl es sich auch eher um Brühe handelt bei dem was da alles drin landet. Man würde nicht auf die Idee kommen das gleiche Wasser am nächsten Tag nocheinmal zu verwenden.
Vom Wetter her haben wir es sehr angenehm. Ich habe gehört, dass es jetzt in Deutschland plötzlich richtig heiß wurde, ich glaube wir wurden überholt. Jetzt um die Sommersonnenwende steht die Sonne senkrecht über uns, der Boden ist nachmittags glühend heiß. Durch die Zeitzone mit Spanien, aber unserer westlicheren Lage haben wir erst frühestens um 14h die Sonne im Zenit.
Der Wind kühlt die Luft aber meistens ab, sodass es nie drückend heiß ist.
Die Pflanzen entlang der Mauer bieten immer irgendwo Schatten, dort bin dann meistens ich zu finden. In der Sonne zu liegen halte ich nicht lange aus, ich ziehe dann mindestens den Halbschatten vor.
Auf einem unseren seltenen Ausflügen zu einem Spielplatz, sind wir in die Nähe der Deutschen Schule von Teneriffa gelangt. Hier gehen in der Regel deutsche Kinder, aber auch Kinder von wohlhabenden kanarischen Familien hin um dann die Möglichkeit zu haben in Deutschland studieren zu können. Am Strand in El Poris, unserem letzten Ort, haben wir zufällig ein Mädchen kennengelernt, das dorthin geht.
Das Gebäude macht keinen besonders einladenden Eindruck, man denkt eher an ein Hochsicherheitsgefängnis.
Spielplätze machen übrigens keinen Spaß mehr, weil Stella immer nach kürzester Zeit den Ausgang findet und auf die Straße rennen will. Sie einzufangen ist eine never ending story. Also lob ich mir unsere Oase der ewigen Einzäunung, und somit zieht es uns nicht raus.
In der Garage unserer Gastgeberin finden zwei Mal pro Woche Kurse für Country Line Dance statt. Angelockt durch die beschwingte Musik drücken sich unsere Kinder die Nase am Zaun platt und tanzen mit. Einmal wurden wir eingeladen uns das von nahem anzusehen. Luna und Stella haben den Laden ordentlich aufgemischt und sind zwischen den Damen umhergesprungen. Selbst Stella hat sich irgendwann von meiner Seite getraut und hat sich amüsiert. Komischerweise hat Elena seitdem die Kurse ins Wohnzimmer verlegt, ich hoffe es ist nicht unsere Schuld!
Unser Projekt Abstillen ist erfolgreich über die Bühne gegangen. Stella hat nach einer Nacht nie mehr direkt nach mir verlangt und lässt sich immer von Dominik beruhigen. Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut funktioniert. Für ihn ist es allerdings kräftezehrend da sie nachts öfters aufwacht, und somit gibt es auch für Dominik jetzt einen Mittagsschlaf.
Ob wir den Strand hier zu Gesicht bekommen bleibt weiterhin offen, ich denke aber wir werden das zu unserem nächsten Projekt machen.
Mit herzlichen Grüßen,
Eure Mirjam

