Minimalismus im Gepäck
Wenn eine vierköpfige Familie nur mit Handgepäck reist, stellt sich vielleicht die Frage, was die denn so dabei haben.
Die Handgepäckmenge geben verschiedene Airlines von 6 bis 8kg pro Person an. Da wir nie wissen, mit welcher Airline es weitergeht gehen wir von 6kg aus. Dazu kommt noch, dass wir im Moment ein Kind unter zwei Jahren und keinem Sitzplatz haben und somit nur drei Handgepäckstücke haben dürfen. Dazu sind noch drei Handtaschen oder soetwas in der Art, eine Wickeltasche für das Baby und eine Laptoptasche im Rahmen des Erlaubten.
Wir reisen mit zwei Rucksäcken und einem Trolley, wo man insgesamt bei 18kg landet. Wenn wir jetzt alleine für die Hüllen unseres Hab und Gutes fast 6kg abzieht sind wir noch bei 12kg. Gewichtstechnisch gibt es dann noch die Möglichkeit das „personal item“ und die Laptoptasche mit schweren Dingen zu bestücken. Wobei es natürlich immer Grenzen gibt, schließlich dürfen ja auch die Maße der einzelnen Stücke eine bestimmte Größe nicht überschreiten, ganz abgesehen davon, dass wir das ja alles auch noch tragen müssen.
Bis auf unbestimmte Zeit muss Stella ebenfalls noch im Tragetuch getragen werden, Luna muss mittlerweile laufen. Also ist es in unserem Interesse möglichst wenig mitzunehmen.
Generell gehe ich nicht davon aus, so viel wie möglich, sondern nur das wirklich Nötigste einzupacken.
Im Bereich Kleidung haben wir alle nicht viel und dennoch einiges an Dingen die trotzdem nie angezogen werden.
Für die Kinder haben wir insgesamt 8 Hosen, kurz und lang und zu groß, von denen so gut wie nie eine getragen wird. Stella ist eigentlich standardmäßig in ihrer Windel unterwegs, auswärts höchstens noch mit einem T-Shirt ausgestattet. Luna trägt immer eines ihrer beiden Kleider. Das dritte Kleid ist uns vor zwei Monaten in der Waschmaschine eingegangen, es passt jetzt Stella, aber für sie ist es noch zu unpraktisch.
Reichlich beschenkt von den Omas haben wir gute Wollhemdchen, kurz und langarm, in für uns recht großen Mengen von insgesamt 8. Alle können von beiden Kindern getragen werden, allerdings kommt es mittlerweile nicht mehr häufig vor. Am Anfang waren die Langarmshirts ein guter Sonnenschutz und wir hatten sie viel an. Seitdem wir in einer höheren Lage sind gab es in vier Wochen zwei Tage, an denen es so kühl war, dass wir um die wärmeren Sachen froh waren.
Lunas Wolljacke war nur für den Transfer von Deutschland bei 0° nach Teneriffa relevant. Die Mützen haben wir tatsächlich auch hin und wieder als Windschutz aufgezogen, vorallem um zu verhindern dass die Haare ins Gesicht wehen.
Ich selbst habe 7 Kleidungsstücke und 13 Unterwäschesachen. Meine lange Hose habe ich in Italien täglich getragen, in Teneriffa eigentlich nur noch die kurze Hose. Von den drei Oberteilen trage ich hauptsächlich zwei abwechselnd, das dritte ist mir zu warm. Das eine T-Shirt beginnt sich jetzt langsam aufzulösen, für daheim ist es aber noch gut.
Der Kapuzenpulli war für die Anreise unverzichtbar, und ist erst hier an einem einzigen Tag in den Bergen herausgekramt worden. Eine leichtes Jäckchen habe ich auch noch, das trage ich aber nie.
Zwei BHs und 6 Unterhosen haben sich für mich bewährt, Strumpfhose und Socken brauche ich eigentlich nicht. In Italien war das eine andere Sache, da war es einfach insgesamt viel kälter als hier. Dort hatten wir mit Mühe und Not 5 Sonnenstunden und hier sind es täglich 11.
Jeder von uns hat Barfußschuhe und ich dazu noch Flipflops. Dominik trägt seine Schuhe täglich für den Trageschlafspaziergang mit Stella, ich mittlerweile nur noch die Flipflops und die Kinderschuhe sind lediglich Deko. Barfuß ist hier das Mittel der Wahl.
Generell gefällt uns das wärmere Wetter besser, und ich bin lieber nicht auf so viele Klamotten angewiesen, zumal ich überhaupt nicht gerne shoppen gehe, weder online noch im Geschäft. Und wir scheinbar ein Talent dafür besitzen uns in Gegenden unterzubringen, die sowieso keine Kleidungsgeschäfte oder überhaupt irgendwelche Geschäfte in der unmittelbaren Nähe haben.
Dominik ist mit zwei Hosen, drei T-Shirts, zwei Socken und drei Unterhosen völlig zufrieden. Ein Longsleeve hat er auch, das hatte aber bis jetzt selten einen Auftritt.
Auf unserer detaillierten Packliste kann man sehen, dass wir ziemlich viele Positionen zu den Badsachen haben, was aber in der Realität nicht viel Platz wegnimmt. Der zusammenklappbare Toilettensitz ist noch am größten, hat sich aber sehr bewährt und ist unverzichtbar. Selbst Stella könnte schon seit dem sie sitzen kann drauf, sie verweigert es allerdings. Die beiden Handtücher sind ultraleichte und dünne Bambustücher, die wir ständig im Einsatz haben, vom Strandtuch bis zum Spielumhang.
An Spielsachen haben wir einiges mitgenommen, worum ich auch sehr froh bin. Am prominentesten ist hier das Lego zu nennen, was einerseits den meisten Platz wegnimmt, aber andererseits auch am meisten benutzt wird. Die Kuscheltiere sind ebenfalls hoch im Kurs. Hier haben wir unseren Teddybären, den ich schon als Kind hatte und der auf Instagram die Reise aus seiner Sicht etwas darstellt, und der Rest sind Katzen, die ich für die Kinder gehäkelt habe und sich hervorragend für Rollenspiele einsetzen lassen.
An Büchern haben wir physisch nur ein unkaputtbar Buch „der kleine Wal“ für Stella, was sie sehr liebt. Ansonsten lesen wir auf dem Kindle vor, den Geschichten nimmt das nichts, das einzige was wahrscheinlich fehlt ist, dass Luna sich beim Bücheranschauen in einer Leseecke selbstständig vertieft, hier sind wir natürlich immer mit von der Partie.
In der ein oder anderen Unterkunft gibt es auch vom Gastgeber ein paar Spielsachen, im Moment sind wir überhäuft damit, es fehlt also an nichts.
Unsere Laptoptasche hat einiges auszuhalten, hier ist natürlich der Laptop mit extra Maus und Tastatur drin. Auf die Bluetooth-Musikbox wollte ich auch nicht verzichten, die hat einen häufigen Auftritt im Tagesgeschehen. Außer den beiden Smartphones gibt es noch ein bisschen Kleinkram und Kabel. Dominik hat kabellose Kopfhörer, ein wichtiges Utensil für seine langen Tragespaziergänge mit Stella. Ich werde in dieser Hinsicht auch aufrüsten, dieser ewige Kabelsalat geht mir auf die Nerven, außerdem finden beide Kinder es sehr interessant mit meinen Kabelkopfhörern zu spielen, das halten die auf Dauer sowieso nicht aus.
Einen Kindle haben wir für ebooks, die Bilderbücher werden hier in schwarz-weiß dargestellt, daher lesen wir auch öfter auf dem Handy, und ich lese meine Bücher generell dort.
Ich finde, wir haben schon wenig Dinge dabei, und trotzdem gibt es immer noch Optimierungspotenzial. Gerade bei der Kleidung von den Kindern und mir liegen die meisten Sachen immer nur in der Schublade und kommen gar nicht dran.
Außerdem haben wir zwei Gymnastikringe mitgenommen, die man theoretisch überall aufhängen kann und z.B für Klimmzüge ganz praktisch sind. In der Realität gibt es nicht in jeder Unterkunft eine Möglichkeit zum aufzuhängen, sodass wir uns wohl bei der Weiterreise diese 1,5kg sparen werden. Stattdessen würden wir eher noch ein bisschen mehr Lego hinzufügen, damit man auch mal zwei Häuser bauen kann und es ein paar Figuren mehr hat, um die man sich dann streiten kann.
Vorallem an Reisetagen denke ich immer, es ist zu viel. Aber eigentlich ist es ja überhaupt nicht schlimm 6kg auf dem Rücken zu tragen, wenn ich mir überlege, dass manche mit einem 20kg Rucksack um die Welt wandern.
In unserer Packliste haben wir alles genau aufgeschrieben, dieser Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
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Viele liebe Grüße,
Eure Mirjam
