Verschiedenes
Endlich komme ich mal wieder dazu etwas zu schreiben. Tagsüber habe ich kaum ein paar Minuten zusammenhängender Zeit um mich zu konzentrieren, und in der Nacht brauche ich den Schlaf. Dazu kam in den letzten Wochen auch, dass wir nichts unternommen haben und somit auch keine Geschichten in meinem Kopf existieren, die geschrieben werden wollen. Letztendlich fällt mir während des Schreibens dann doch immer wieder etwas interessantes oder lustiges ein, nur der Impuls loszulegen hat mir gefehlt.
Jetzt haben wir nur noch 10 Tage auf Teneriffa, bevor es nach Deutschland geht. Schon seit einigen Tagen macht sich eine gewisse Unruhe breit, Luna fragt häufig ob jetzt unser letzter Tag ist, oder wie oft wir noch schlafen müssen, Stella nimmt es gelassen. Unseren Aufenthalt in Deutschland nutzen wir unter anderem dafür, um unseren Bestand zu erneuern, auszumisten und zu erweitern. So sind wir viel damit beschäftigt die richtigen Sachen auszusuchen, zu recherchieren und abzuwägen was wir wirklich brauchen. Wenn alles gut geht kommen dann mit uns ein Haufen Pakete an, einiges wurde auch an Oma und Opa zur Besorgung delegiert.
Der Flug zu unserem nächsten Ziel wurde ebenfalls gebucht, es geht nach Mexiko! Dazu gehen uns auch viele Gedanken durch den Kopf. Außerdem sind wir bzw. Dominik fleißig dabei Kontakte zu knüpfen um dort Zeit mit Familien zu verbringen, die auf die gleiche Weise unterwegs sind wie wir.
Momentan sind wir optimistisch eingestellt, dass alles nach unserem Plan klappt. Ich versuche mir nicht zu viele Gedanken über alle möglichen Stolpersteine auf dem Weg zu machen, denn wenn ich das tue macht mich das wahnsinnig.
Die letzten Wochen hier in unserer Unterkunft waren recht entspannt. Unsere Vermieter und Nachbarn sind im Urlaub, lustigerweise dort wo wir davor waren. Dadurch müssen wir uns über Ruhestörung oder so etwas keine Gedanken machen und haben komplette Privatsphäre.
Andererseits ist es auch ein bisschen schade, da es sich vorher ein paar mal ergeben hatte, dass Luna mit dem kleinen Mädchen dort spielen konnte. Aber durch Kindergarten und anderen Events war auf dieser Seite auch nicht viel Zeit und somit wenig Überschneidungen.
Eines Tages hatten wir einen Glückstag, denn unsere Nachbarin war am Nachmittag gekommen um etwas im Haus zu regeln und hat für uns den Pool geöffnet. Luna war dort im vollen Glück und hat mit dem Ring ihre Runden gedreht. Auch Stella hat sich auf Papas Arm ins Wasser getraut. Obwohl es kein riesen Pool war, hat man doch deutlich den Unterschied zum Planschbecken gemerkt, wo der Wasserstand die fünf Zentimetermarke nicht überschreitet.
Dazu sollte ich noch erwähnen, dass wir exakt drei richtige Hitzetage hatten, bei denen kein Lüftchen wehte und der Pool eine wahre Wohltat war. Auch in der Nacht war es sehr warm. Aber kaum waren diese drei Tage vorbei kam ein starker Wind, eigentlich schon ein Sturm auf, und es kühlte wieder auf gewohnte Teneriffa-Temperaturen ab. Der Sturm hat sich mittlerweile beruhigt, die Temperatur ist geblieben. Nach wie vor irritieren mich Regenberichte aus Deutschland, so sehr habe ich mich an den täglichen Sonnenschein gewöhnt.
Im Garten haben wir einen großen Feigenbaum, der schon bei unserer Ankunft voller noch unreifer Früchte hing und die zu meiner großen Freude in letzter Zeit nach und nach reif geworden sind. Ich bin die einzige, die mit Begeisterung und in großen Mengen die Feigen isst, Luna leckt höchstens mal dran und Stella zerquetscht am liebsten die weichen Früchte.
Auch unsere Vermieterin hat natürlich einen großen Teil abgeerntet, es ist ja schließlich ihr Baum. Alleine hätte ich es sowieso nicht geschafft alles aufzuessen und die Meisen kümmern sich um den Rest.
An der einen Seite wird unser Garten durch ein Zaun begrenzt, jenseits von welchem es direkt 5 Meter steil nach unten geht. Im Laufe der Zeit hat sich meine Befürchtung bestätigt, dass Stella Gefallen daran finden könnte herauszufinden was passiert wenn sie einen Gegenstand dort hinunter wirft.
Erfreulicherweise befindet sich dort unten ein Kakteenfeld, eingezäunt mit Stacheldraht… Die logische Konsequenz ist, dass alles was dort landet verloren ist und abgeschrieben werden muss. Durch eine Verkettung unglücklicher Zusammenhänge ergab es sich aber, dass Stella ihre Überwindel in die Hand bekam und damit schnurstracks einmal um das Haus lief und ihrer Beute erstaunt nachblickte. Da lag sie nun, im Gestrüpp, neben der Mauer, ein paar Echsen in der Nähe die sich nicht dazu überreden lassen wollten uns zu helfen. Wir rangen mit uns, abschreiben oder das unmögliche versuchen? Bei insgesamt zwei Überwinden (zur Erklärung: die wasserdichte Überwindel schützt bei Stoffwindeln die Umwelt vor Nässe) bedeutete es ein Verlust von 50%. Mit einer spektakulären Hilfsaktion, bei der vier Personen, ein Teddybär, ein Kleiderbügel und ein langer Faden beteiligt waren haben wir das unmögliche geschafft und die verlorengeglaubte Windel gerettet. Puh, wieder 20 Euro gespart.
Eine Geschichte hab ich noch:
Ungefähr alle zehn Tage macht Dominik sich auf den Weg um im Supermarkt weit unterhalb von uns einige unserer Nahrungsmittel einzukaufen. Beim letzten Mal kam es dann dazu, dass Luna mitwollte. In dem Wissen worauf er sich einließ, nahm Dominik unsere Große mit auf die Reise. Mir wurde berichetet, dass es notwendig war an sämtlichen Spielplätzen einen Zwischenstopp einzulegen. Der Einkauf selbst war nicht erwähnenswert, dafür ergab sich dann auf dem Rückweg natürlich irgendwann der Zustand, dass Luna nicht mehr konnte. Das Endergebnis konnte ich dann wieder sehen: Dominik schwer bepackt mit Luna auf der Schulter.
So befinden wir uns jetzt in den letzten Zügen unserer Zeit hier. Die Vorräte sind genau berechnet und sollen bis zum letzten Tag reichen. Da darf nichts übrig bleiben! Bisher hat das immer gut geklappt.
Bis bald und viele liebe Grüße,
Eure Mirjam





2 Antworten
Übt ihr das Reisen jetzt ab und zu mit Luna und Stella, damit sie sich etwas daran gewöhnen?
Liebe Grüße Marita
Hallo Marita,
Bisher ist mir jede Fahrt eher als Quälerei vorgekommen, sodass wir es auf die notwendigen Fahrten beschränkt haben. Zumal es ja dann für uns alle unangenehm ist, weil wir in den Bussen und im Taxi immer die Maske tragen müssen, dazu dann unsere ständige Habachtstellung ob ihr schlecht wird oder nicht, das ist kein Spaß für mich. Generell ist unser Lebensstil darauf ausgerichtet nur notwendige Fahrten zu machen und sich sonst in der direkten Umgebung aufzuhalten, von daher hängt unsere Entscheidung zu Hause zu bleiben nicht nur von unserer Großen ab.
Jetzt habe ich aber von einigen Seiten gehört, dass man das trainieren kann (Danke für den Hinweis!), wovon ich ehrlich gesagt nicht ausgegangen bin. Auf Teneriffa werden wir es nicht mehr „üben“, zumal die Serpentinen hier vielleicht nicht der ideale Ausgangspunkt dafür wären wie ich finde.
Aber in Deutschland werden wir einige Fahrten machen und auch in Mexiko wird es bestimmt einige Ziele geben, die wir anfahren werden. Ich hoffe auch, dass sich die beiden dann daran gewöhnen werden!
Liebe Grüße,
Mirjam