Abschied von Teneriffa
Am Samstag war es mal wieder so weit, es war Reisetag! Seit ’noch 23 mal schlafen‘ haben wir darauf hingefiebert und uns auf Deutschland gefreut.
An unserem letzten vollständigen Tag ging es bereits geschäftig zu, die meiste Arbeit hatten wir damit unsere Spuren an Boden und Einrichtungsgegenständen zu beseitigen. Die bunten Stifte für die Kinder kann man glücklicherweise von glatten Oberflächen relativ einfach entfernen, nur auf Tapete und rauhem Plastik geht es nicht mehr weg. Unsere Vermieterin hatte uns bereits im Vorfeld gefragt, ob die Wände bemalt seien, dann hätte sie diese Stellen mit weiß übermalt, aber zum Glück war das nicht notwendig. Mich hat es aber beruhigt, zeigte es doch dass sie mit allem rechnet, vor allem wenn man mit Kindern dort wohnt.
Das Packen selbst geht dann eigentlich immer recht schnell, es muss nur alles irgendwo reinpassen. Aber das war kein Problem, jeder von uns hatte noch ein bisschen Luft im Rucksack.
Am Reisetag waren wir dann relativ früh abmarschbereit, um 10 Uhr haben wir das Haus verlassen. Von unseren Lebensmitteln ist nichts übriggeblieben, außer dem Reiseproviant. Allerdings esse ich an solchen Tagen meistens eher zu wenig, da ich zu aufgeregt bin.
Zu Fuß ging es dann 1,2 km zur Bushaltestelle an der Autobahn. Google Maps schlägt hier 15 Gehminuten vor, wir haben 45 Minuten gebraucht. Luna ist selbst gelaufen und hat auch ihren Koffer selbst geschoben. Wir sind etwa eine Dreiviertelstunde früher los als geplant, und somit war das ein gemütlicher Spaziergang ohne Zeitdruck.
An der Bushaltestelle angekommen war es dann mit meiner Gelassenheit vorbei. Das Warten auf den Bus macht mich immer nervös, hoffentlich klappt das und er hält überhaupt an, und wie wird das überhaupt laufen mit den Kindern.
Meine Befürchtungen waren berechtigt, die Busfahrt von einer Stunde war eine unschöne Angelegenheit. Stella bekam beim Einsteigen in den Reisebus Panik und hat richtig losgebrüllt sobald er losgefahren war. Vor lauter Angst hat sie sich an Papas Hals geklammert und war ganz außer sich. Die Leute um uns herum in dem recht vollen Bus, gaben sich Mühe sie abzulenken, was teilweise sogar funktioniert hat. An jeder Bushaltestelle war sie ruhig, aber sobald es wieder losging war es sofort wieder schlimm für sie.
In der Zeit war ich mit Luna beschäftigt. Am Anfang ging es ihr noch recht gut, aber bei der Hälfte wollte sie sich dann hinlegen und sah nicht so gut aus. Im letzten Viertel der Fahrt kam die obligatorische Plastiktüte zum Einsatz, aber soweit bin ich ja mittlerweile vorbereitet.
Jedenfalls waren wir froh, als wir am Flughafen ‚Aeropuerto de Tenerife Sur‘ ankamen. Die Laune der Kinder war sofort wieder gut und wir konnten durchatmen.


Das nächste Hindernis und Unsicherheitsfaktor war der verpflichtende C.-Test. Den Termin hatten wir im Internet schon gebucht und auch bezahlt. Als wir die Teststelle dann gefunden hatten ging es recht flott und auch das negative Testergebnis hatten wir eine halbe Stunde später.
Solange mussten wir mit dem Check-in warten, da der Test dort vorgewiesen werden musste. Aus diesem Grund kann man momentan auch nicht mehr online einchecken, bzw. lediglich die Sitzplätze reservieren.
Die Sicherheitskontrolle ging ohne Zwischenfälle über die Bühne und der Weg zum Gate war nicht weit. Generell ist der Flughafen klein und die Laufwege nicht so groß. Stella hatte ihren Spaß dabei kreuz und quer herumzurennen. Dominik immer hinterher, die Kleine kann unter jedem Absperrband ungehindert durch sausen und kommt leicht in Zonen wo sie eigentlich nicht hin soll. Wir wussten ja aber, dass es besser ist ihrem Bewegungsdrang nachzugeben, wenn wir dann im Anschluss für 4,5 Stunden im Flugzeug festsitzen würden.
Schon am Gate war klar, dass das Flugzeug voll werden würde. Beim Boarding hat es sich dann bestätigt, bis auf einzelne Plätze war das Flugzeug voll. Auch einige Familien mit kleinen Kindern waren darunter, somit waren wir nicht die einzigen potenziellen Lärmverursacher. Das Flugzeug schien Stella keine Angst zu machen, das war schon mal ein guter Anfang. Zum Start war sie auf Dominiks Schoß schon eingeschlafen, ihr Mittagsschlaf war ja ausgefallen und sie war überfällig. Somit verschlief sie schon mal die erste Flugstunde. Nachdem sie wieder aufwachte wurde es dann zeitweise ungemütlich weil sie nicht mehr still sitzen wollte. Im Gang herumlaufen konnte sie aber auch nicht, zumal die Flugbegleiterin das nicht befürwortet hätte. Das Wickeln auf der Flugzeugtoilette war das einzige Highlight. Naja, somit konnten wir leider nicht verhindern, dass sie eine Weile Protestgeschrei von sich gab.
Ich selbst habe mich den ganzen Flug über damit bei Laune gahalten, dass schräg vor mir jemand Herr der Ringe geschaut hat. Die skandinavischen Untertitel waren teilweise etwas irritierend, aber so konnte ich mich wenigstens etwas ablenken, ohne dass mir ein Kind mein Handy streitig macht.
Luna machte es sich gleich zu Anfang in ihrem Sitz bequem und sie erzählte sich die ganze Zeit leise Geschichten bei denen ich nicht zuhören durfte und schlief irgendwann ein. Die letzte halbe Stunde wurde dann auch bei ihr ungemütlich, man hat deutlich gemerkt, dass sie nicht mehr mag. Es hat mir furchtbar leid getan, dass sie in den letzten Sekunden, nach der Landung tatsächlich die Lufthansa-Kotztüte noch gebraucht hat. Aber auf dem Frankfurter Flughafen fährt man ja noch ewig rum, bis dann die endgültige Parkposition erreicht ist und das hat ihr den Rest gegeben.
Zu allem Überfluss haben wir mit unserer kleinen Maschine natürlich auf dem Rollfeld geparkt und durften mit dem Bus zum Flughafengebäude fahren. Stella hat es relativ gefasst aufgenommen, scheinbar hatte sie sich in ihr Schicksal ergeben. Luna hatte im Flugzeug schon alles gegeben, daher ging das auch. Außerdem war die Fahrt nicht sooo lang, obwohl man da auch wieder gesehen hat wie riesig FRA ist.
Auf unserem Weg zum Regionalbahnhof für die S-Bahn nach Wiesbaden wurden wir nicht aufgehalten oder kontrolliert, alles C.-technische wurde also in Spanien abgewickelt. Vielleicht gibt es Stichproben, aber wir haben keine gesehen.
Mit der S-Bahn ging es dann nochmal 40 Minuten. Zugfahren ist noch das angenehmste, weil man Platz hat und herumlaufen kann. Außerdem ging das mit Luna bisher recht gut. Naja zur Feier des Tages und weil sie einfach nicht mehr konnte hat sie dann aber mittendrin und ohne Vorwarnung das komplette Wasser was sie am Flughafen getrunken hatte über sich und mich erbrochen, glücklicherweise kam auch nur Wasser raus und wir waren praktisch nur nass und es hat neutral gerochen.
In Wiesbaden wurden wir dann von meiner Mutter abgeholt, wo wir jetzt auch in der nächsten Woche wohnen werden. Luna hat sich sehr gefreut die Oma zu sehen, für Stella ist sie ja praktisch eine Fremde, die sie erstmal kennen lernen muss. Im Auto hatte die Kleine dann wieder Angst und hat überwiegend geweint. Luna haben wir vorne platziert, das war bestimmt am besten für sie, außerdem war ihr Magen sowieso leer.
So kamen wir dann erleichtert um 22 Uhr an unserem Ziel an, einfach nur froh dass es überstanden war. Die Kinder mussten erstmal alles entdecken und mit allem spielen was es da so tolles bei Oma gibt. Um halb zwei in der Nacht sind sie dann endlich eingeschlafen, ich hoffe das regelt sich in den kommenden Tagen wieder.
Wir kommen jetzt erstmal wieder zu uns und freuen uns auf ein paar Wochen mit Familie und Freunden.
Viele liebe Grüße,
Eure Mirjam



